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<title>Rumkommen</title>
<subtitle>Reisegeschichten</subtitle>
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<updated>2017-07-17T18:30:32+02:00</updated>
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<title type="html">Der vorerst letzte Segeltörn</title>
<content type="html">&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170601070948_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aldo und ich schipperten entlang der Insel Roatán. Wirklich verlässliche Seekarten hatten wir nicht für die Küste, also mussten wir mit den Augen ausmachen, wo wir anlegen können. Wir entdeckten eine Bucht mit einem sehr schmalen und flachen Eingang. Glücklicherweise hatte die &lt;em&gt;Still Free&lt;/em&gt; nicht zu viel Tiefgang, sodass wir sicher am Dock anlegen konnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- pagebreak --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es sah aus wie ein großes Ferienresort. Die Häuser waren alle makellos, einige gerade kurz vor der Fertigstellung. Hier wurde eine Menge Geld investiert. Um einzuklarieren, mussten wir bis zum anderen Ende der Insel fahren. Das ging aber nur mit einem Taxi, dem einzigen öffentlichen Verkehrsmittel, das von dem Resort Parrot Tree zur Hauptstraße fuhr. Und bei einer Strecke von 40 min war der Preis nicht billig. Zuerst ging es durch ein paar Hügel mit riesengroßen Villen, die teilweise sogar private Hubschrauberlandeplätze besaßen. Was für ein großer Kontrast zum eigentlich recht armen Honduras.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser Fahrer Nyers erklärte uns einiges über die kulturellen Unterschiede der Insel zum Festland. Zunächst einmal ist hier die Mehrheit der Bevölkerung schwarz und spricht englisch. Außerdem wird Roatán von vielen Kreuzfahrtschiffen angesteuert und lockt somit die typischen Karibik-Touristen an. Die Insel (zusammen mit dem kleinen Nachbareiland Utila) ist ein Paradies für Taucher. Viele reiche Ausländer haben hier ihr Sommerhaus an der Küste stehen. Dadurch ist der Lebensstandard höher als auf dem Festland, es gibt weitaus weniger Kriminalität und die Honduraner verdienen hier bedeutend mehr. Für mich fühlte es sich an wie ein aufgeräumtes Jamaika ohne Marihuana.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eigentlich wollten wir ja nur zwei Tage bleiben, um den Sturm abzuwarten und dann gleich wieder aufzubrechen. Daraus wurde aber nichts. Den honduranischen Behörden hat es nicht gefallen, dass wir uns beim Einklarieren nicht im Büro des Hafenmeisters angemeldet hatten. Diese Information hat uns das Migrationsamt in Coxen Hole (die Stadt heißt wirklich so!) trotz mehrmaligem Nachfragen nicht gegeben, unsere Aufenthaltserlaubnis als Touristen aber trotzdem mit einem Stempel im Pass abgesegnet. Als wir dann ausklarieren wollten, um weiter zu segeln, kam das große Drama. Insgesamt mussten wir vier weitere Tage warten, nur um die nötigen Papiere auszufüllen, die dann von Amt zu Amt zur Prüfung geschickt wurden. Nicht mal Aldos vorsichtiger Bestechungsversuch (&quot;Wir können Ihnen auch gern mit einer Unterstützung entgegen kommen&quot;) hat etwas gebracht. Eigentlich ist das ja ein gutes Zeichen für den Korruptionsgrad eines Staates. In diesem Fall hätten wir aber gern auf die politische Korrektheit verzichtet, um unser perfektes Wetterfenster abpassen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eingeschlossen im Paradies - so kam mir die Zeit auf Roatán vor. Wir konnten auch kaum die Insel erkunden, da all unser Geld für die Taxifahrten nach Coxen Hole drauf ging. Jeden Tag mussten wir von neuem erscheinen, um irgendeinen sonderbaren Wisch zu unterschreiben oder bereits zehn mal kopierte Papiere noch einmal einzureichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann endlich ging es los. Anker lichten und auf nach Guatemala! Doch nach einigen Stunden Fahrt zeichnet sich auch schon ab, dass wir nun endgültig unser gutes Wetterfenster verloren haben. Normalerweise kommt der Wind in der Bucht von Honduras fast immer von Osten. Ausgerechnet wenn wir segeln allerdings nicht, sondern von Westen, also von vorn. Zwar bläst er nicht besonders stark, aber es reicht aus, um uns so in die Quere zu kommen, dass wir mit voller Kraft gerade mal zwei Knoten Fahrt machen konnten. Wir hatten sogar versucht zu kreuzen, sind dadurch aber nur noch langsamer voran gekommen. Kurzum: die Bedingungen waren äußerst suboptimal.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach zwei Tagen ewigem Geschaukel und einer Menge verbrauchtem Diesel kamen wir endlich am Eingang des Río Dulce an. Die Fahrt den Fluss hinauf war malerisch! An den Seiten erstreckten sich Klippen und man konnte die Geier über dem Wasser kreisen sehen. Von Livingston, der nur per Boot oder Flugzeug erreichbaren Stadt an der Küste, bis zwanzig Seemeilen weiter zum kleinen Örtchen Fronteras, schippern wir gemütlich durch die Schluchten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/riodulce4_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/riodulce1_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/riodulce5_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Endlich muss ich nicht mehr im Salzwasser baden, sondern kann eine kühle Erfrischung im Fluss genießen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;video width=&quot;576&quot; height=&quot;324&quot; controls=&quot;controls&quot;&gt;
&lt;source src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/video_rio_dulce.mp4&quot; type=&quot;video/mp4&quot; /&gt;
&lt;/video&gt;&lt;/p&gt;</content>
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<updated>2017-07-17T18:30:32+02:00</updated>
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<title type="html">Auf dem Boot von Jamaika nach Roatán</title>
<content type="html">&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170525091049_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit vier Wochen teile ich mir den begrenzten Platz von neun Metern mit Aldo auf seinem Segelboot &lt;em&gt;Still Free&lt;/em&gt;. Aldo kommt aus Uruguay, hat lange Zeit in Miami gelebt und sich mit 67 Jahren nun den Traum erfüllt, in der Karibik zu segeln. Er meldete sich auf meinen Aushang im Hafen, da er eine lange Überfahrt nach Panama vor sich hatte und diese ungern allein bestreiten wollte. In Port Antonio lagen wir lange Zeit vor Anker, um auf passables Wetter zu warten.&lt;!-- pagebreak --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bucht lag geschützt und nicht zu weit vom Stadtzentrum entfernt. Vor der Bar „Anna Banana“ konnten wir mit unserem Beiboot anlegen und das dortige Internet nutzen. Mit den anderen Booten in der Bucht haben wir eine kleine Ankerfamilie gegründet. Die beiden Brasilianer Thiago und André segeln auf der Ketsch &lt;em&gt;Good Run&lt;/em&gt; und wollten ebenfalls nach Panama. John kommt aus den Staaten und seine &lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/sailing.ave/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Ave del mar&lt;/a&gt; hat die gleichen Maße wie Aldos &lt;em&gt;Still Free&lt;/em&gt;. Die beiden sind über mehrere Wochen zusammen von den Bahamas über Haiti bis nach Jamaika gesegelt und echte „boat buddies“ geworden. Zum Schluss gesellte sich noch der in Texas lebende iranische Schwede George mit seiner &lt;a href=&quot;http://earthlingsailor.blogspot.com/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Earthling&lt;/a&gt; zu uns, um den Skandinavenanteil der Bucht neben der schwedischen &lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/SailingFairwinds/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Fairwinds&lt;/a&gt; zu erhöhen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/20170518003308_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Segler aller Nationen vereinigt euch!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zusammen haben wir fabelhafte Tage verbracht und uns blendend vom schlechten Wetter abgelenkt. In Portland regnete es im Mai quasi jeden Tag. Dazu kamen einige Stürme, sodass wir einen Morgen sogar fast an der anderen Seite der Bucht aufgewacht sind, da unser Anker dem Sturm nicht standhielt und wir in der Nacht weggetrieben wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als wir das Funkgerät einschalteten, kam sofort Johns Stimme aus dem Lautsprecher: „Hey ihr beiden! Kommt wieder zurück zu uns! Alles gut bei euch? Sagt Bescheid, wenn ihr Hilfe braucht.“ Und schon kamen Thiago und André auf ihrem Schlauchboot, ausgerüstet mit Neoprenanzug gegen das heftige Unwetter, und halfen uns beim Umparken und Entleeren des Beibootes, das mittlerweile fast untergegangen wäre. Hier wird sich eben unterstützt wie in einer richtigen Familie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles, aber wirklich alles war nass. Einige Lecks im Deck des Bootes ließen sogar Wasser ins Innere durch. Irgendwann saßen wir nur noch mit einem Handtuch umhüllt und Kekse essend unter Deck. Mehr als warten konnten wir nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So vertrieben wir uns die Zeit mit viel Musik und gemeinsamen Kochen. John hat vor kurzem begonnen, Ukulele zu spielen und ein gutes Repertoire an Klassikern drauf. Zusammen haben wir am Ende ein richtiges Programm einstudiert, um als Unterhaltungsduo auf den verschiedenen Booten anzuheuern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/20170521194144_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Fitzrasta, John, Aldo und ich nach einer der vielen Jam-Sessions bei &quot;Anna Banana&quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es fanden auch einige Jam-Sessions zusammen mit dem Besitzer der Bar statt, der mit seinem jamaikanischen Trommeltalent die Band komplettierte. Als dann aber die Italiener auf ihr großes Segelboot &lt;em&gt;Adriatica&lt;/em&gt; einluden, nahm die musikalische Abendgestaltung ein ganz neues Ausmaß an. Schlagzeug, Bass, Ukulele, Gitarren, Mundharmonikas und Gesänge sorgten für ordentlich Lärm im Hafen, vor allem als wir Cakes Version von „I Will Survive“ schmetterten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eigentlich hatten wir vor, mit zwei weiteren Booten zusammen gen Panama zu starten. &lt;em&gt;Good Run&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Our Joy&lt;/em&gt; sind um einiges größer als &lt;em&gt;Still Free&lt;/em&gt;. Diesen beiden Booten würden die hohen Wellen und der starke Wind also nicht so viel ausmachen. Wir allerdings wollten eine angenehme Überfahrt haben und entschieden uns dazu, auf besseres Wetter zu warten. Nachdem die beiden Brasilianer von &lt;em&gt;Good Run&lt;/em&gt; bereits aufgebrochen waren, juckte es uns doch in den Fingern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So schlug Aldo mir kurze Zeit später ganz spontan vor, ob wir nicht nach Guatemala fahren wollen. Da mein eigentliches Ziel ja Mexiko war, brauchte ich nicht lange zu fackeln, um den Plan abzusegnen. Der Wetterbericht sah auch perfekt aus, um von Jamaika aus in den Westen zu fahren. Außerdem könnte er dort sein Boot während der Hurricane-Saison im sicheren Río Dulce lassen. Dabei handelt es sich um einen von den karibischen Stürmen geschützten See mit dutzenden von Häfen, die extra dafür ausgelegt sind, Boote für mehrere Monate zu beherbergen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenige Tage vor der Abreise lernte ich Marina kennen. Sie kam auf einem Katamaran an und hatte uns Río Dulce als Ziel empfohlen. Sie ist zwar gelernte Schauspielerin, arbeitet aber nun selbständig als Vermittlerin zwischen Kapitänen und Leuten, die das Segeln als ganzheitliche Erfahrung buchen wollen. Von ihr bekam ich sogar ein kleines Jobangebot, die &lt;a href=&quot;http://www.sailinglifeexperience.com/home/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Internetseite&lt;/a&gt; mit Fotos und Interviews von den Booten ihrer „Flotte“ zu füllen. Jetzt brauche ich nur noch eine Kamera...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Abschied von den anderen Seglern und vor allem von John war bittersüß. Natürlich werden wir uns alle wohl irgendwann mal in diesen Meeren wiedersehen. Aber wann das sein wird, ist ungewiss. Es war eine wirklich einmalige Runde von Seereisenden in Port Antonio.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im strömenden Regen warfen wir um 7 Uhr morgens den Motor an und lichteten den Anker. Ich war noch erkältet von dem vielen Regen und der Nässe an Bord. Dazu ein ungewohntes Boot, hohe Wellen, viel Wind und Geschaukel – natürlich dauerte es unter diesen Bedingungen nicht lange, bis mir übel wurde. Mit ein bisschen Schlaf und dem Blick zum Horizont ließ sich die Seekrankheit zum Glück in den Griff bekommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170522111649_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Typischer Bordfraß: Dosen halten ewig.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir beschlossen, uns dieses Wetter nicht auch noch die ganze Nacht anzutun und steuerten am Nachmittag die wunderschöne Bucht von Oracabessa an. Hier schien auch gleich wieder die Sonne. Am nächsten Tag noch einmal dasselbe: Segeln bis zum Nachmittag, Schlafen in der halbwegs geschützten Bucht von Falmouth und am Morgen dann weiter zum letzten Ort auf Jamaika.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Montego Bay klarierten wir aus, füllten unsere Wasservorräte auf, gingen ein letztes Mal duschen und schliefen zum letzten Mal ohne großes Geschaukel, bevor die einwöchige Reise gen Westen losgehen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170523100808_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den ersten zwei Tagen herrschte quasi kein Wind. Ich hatte schon leichte Panik geschoben, weil ich mich sofort an die &lt;a href=&quot;/de/blog/index.php?controller=post&amp;amp;action=view&amp;amp;id_post=22&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;elend lange Etappe mit Christoph&lt;/a&gt; zurückversetzt fühlte. Aber dann fiel mir ein, dass &lt;em&gt;Still Free&lt;/em&gt; ja einen echten Motor mit genügend Treibstoff besitzt! Aldo kürte mich trotzdem zum Flautenexperten und fragte, was denn das Wichtigste in solch einer Situation sei. Ich brauchte nicht lange zu Überlegen: Geduld. Die Tage vergingen nur sehr langsam, also ließen wir uns einfach mit allem extrem viel Zeit. Zehn Minuten zum Zähne putzen, Kartoffeln in Zeitlupe schälen und viel, viel Schlaf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170528122704_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als immerhin ein laues Lüftchen bläst, erzählt Aldo mir, dass er einen Spinnaker auf dem Boot rumliegen hat, den aber noch nie ausprobiert hat. Ich bin gleich Feuer und Flamme, denn das ist das perfekte Segel für solche Bedingungen und etwas Erfahrung beim Setzen konnte ich ja schon durch die &lt;a href=&quot;/de/blog/index.php?controller=post&amp;amp;action=view&amp;amp;id_post=20&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Atlantiküberquerung&lt;/a&gt; mitbringen. Wie sich zeigte, reichte meine Erfahrung leider nicht aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beim ersten Versuch nahm urplötzlich der Wind so dermaßen zu, dass sich das Segel komplett verhedderte und wir es direkt wieder runter nehmen mussten. Nachdem sich der Wind wieder gelegt hatte und wir alle Lehrbücher an Bord studiert hatten, wagten wir einen zweiten Versuch. Alle Schoten und Falle waren korrekt verbunden, der Spinnakerbaum bereit und das Segel ordentlich und entwirrt auf dem Vordeck platziert. Also hoch mit dem Ding! Keine zwei Sekunden später hörte ich Aldo rufen: „Nein! Er reißt!“ Der Spinnaker hatte sich an den scharfen Kanten der Positionslichter am Bugkorb aufgerissen und flatterte nun unkontrolliert umher. Irgendwie hatte ich bisher noch kein Glück mit Spinnakern, da uns &lt;a href=&quot;https://baerfussroute.com/2017/04/18/atlantik-zum-dritten-der-spi-verabschiedet-sich/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;auf der Jolene&lt;/a&gt; ja schon einer explodiert ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab aber noch einen Plan C: Aldo hatte außerdem ein größeres Vorsegel (Genua) parat, dass wir gegen die kleine Fock austauschen konnten. Natürlich war das ein etwas riskantes Unternehmen, da man ein Segel doch lieber im ruhigen Hafenbecken wechselt. Am Abend blies dann sogar etwas Wind in die große schlanke Genua, sodass wir endlich den Motor abstellen konnten. Wir wurden sogar mit dem Besuch von Delfinen belohnt, die man bei den wenigen Wellen noch viel besser vom Bug aus beobachten konnte. Es immer wieder magisch zu sehen, wie sie mit den Bewegungen des Bootes spielen und aus dem Wasser empor springen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am nächsten Tag stellten wir mit Schrecken fest, wie faul wir doch geworden sind. Die ganze Nacht lang hatte die Genua geschlackert. Dieses Geräusch sollte möglichst vermieden werden, da es auf lange Zeit das Segel kaputt machen kann. Allerdings bedeutete dies für uns, wieder die kleinere Fock zu setzen, also das große Segel runter und das kleine hoch. Der Wind hatte allerdings stark zugenommen, was den Vorgang um einiges erschweren würde. So beobachteten wir stundenlang die missliche Lage, ohne uns zu rühren – gefangen in der Lethargie der Schaukelei. Endlich schafften wir es, einander zu ermutigen, dass wir das Segel auch unter diesen Bedingungen tauschen könnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das war das tollste an diesem Törn. Ich fühlte mich wirklich wie ein nützliches Crewmitglied. Durch meine vorherigen Segeltrips konnte ich einiges an Erfahrung sammeln, um nun in manchen Situationen gewissenhaft meinen Senf dazugeben zu können. Wir waren ein echtes Team!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170528092419_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Aldo überlegt sich, wie er den kaputten Spi-Baum ersetzen kann.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Tradition durfte nicht fehlen. Jeden 29. des Monats gibt es in Uruguay Gnocchi zum Abendsessen. Natürlich konnten wir bei dem Wellengang keine per Hand zubereiten und hatten nicht mal Fertigware an Bord. Auf dem Wasser müssen eben die Ansprüche runtergeschraubt werden. Also gab es Nudeln mit Zucchini-Tomatensoße.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Tag darauf erhielten wir von Aldos Tochter Carla einen Wetterbericht per Satellitentelefon. In der kommenden Nacht sollte es Böen bis zu 35 Knoten geben und die Nacht darauf ein heftiges Unwetter. Wir passten also unseren Kurs an, um die Insel Roatán anzusteuern, die nur wenige Meilen entfernt lag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz bevor es dunkel wurde, gerieten wir in den ersten Squall. Dies sind kurze, aber intensive Unwetter, in denen es heftig stürmt und regnet. Wir konnten gerade noch rechtzeitig alle Segel runter nehmen, um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten und uns unter Deck verkriechen, um nicht komplett durchnässt zu sein. Nach 20 Minuten war alles vorbei und ich konnte mich endlich schlafen legen. Doch keine zwei Stunden später trat der nächste Squall auf und schüttelte uns wieder ordentlich durch. Der Regen ließ zwar schnell wieder nach, der Wind blies aber weiterhin ziemlich stark. Da Aldo nun seinen Schlaf brauchte, lag ich die halbe Nacht wach und beobachtete das Wetter. Je nach Windstärke ließ ich mal mehr und mal weniger Segelfläche zu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/img20170531094259_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Land in Sicht! Auf Roatán suchten wir Schutz vor dem großen Sturm.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erleichtert erblickten wir am nächsten Morgen unter perfekten Segelbedingungen die Insel Roatán am Horizont. Je näher wir kamen, umso deutlicher zeichnete sich auch eine weitere Linie an der anderen Seite ab. Dort sollte es aber eigentlich gar keine Inseln geben. Natürlich nicht, denn es war bereits die kontinentale Küste Honduras! Nach acht Monaten Inselleben sehe ich endlich wieder richtiges Festland!&lt;/p&gt;</content>
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<title type="html">Jamaika – im Land der Gegensätze</title>
<content type="html">&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/182990674223870447864548491929129136947200n_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum einen gibt es hier naturverbundene Rastafaris, friedliche Reggaemusik, Marihuanageruch, kleine Obst- und Gemüsestände in jeder Straße, wunderschöne grüne Berge und viele kleine Farmen, auf denen alles nur erdenkliche wächst (Bananen, Kokosnüsse, Pfefferschoten, Paprika, Mais, Grünkohl, Kürbis, Möhren, Ingwer, Avocado, Muskatnuss, Ananas, Tomaten, Gurken, Salat,&lt;em&gt; jack fruit, bread fruit, lemon grass, star apples, ackee, soursop, kalaloo, bok choi&lt;/em&gt;)... Zum anderen hingegen herrscht auf der Insel viel Armut und Kriminalität, Sexismus und Homophobie in der Gesellschaft und der Musik (Dancehall), der Wille zum Kapitalismus, außerdem wird sich ungesund ernährt und die Leute verbrennen den Plastikmüll auf ihren Grundstücken, da es kein Recyclingsystem gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- pagebreak --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trampen ist meine übliche Art der Fortbewegung. Aber auf Jamaika habe ich bisher nur Mehrpersonen-Taxis und Busse benutzt. Warum mache ich nicht weiter wie immer? Das ist doch inkonsequent. Zunächst mal ist das Trampen auf Jamaika nicht üblich. Aber das sollte mich nicht abschrecken. Schließlich war es das in vielen europäischen Ländern auch nicht. Zweitens muss ich gestehen, dass ich mich hier nicht so sicher fühle, wie z.B. auf Guadeloupe. Das liegt nicht zuletzt daran, dass hier weiße Menschen automatisch mit Geld assoziiert werden. Es fällt mir schwer, ein Bauchgefühl für die Menschen zu entwickeln. Ich kann nicht genau sagen warum, aber es hat auch damit zu tun, dass einem hier in den Straßen jeder etwas verkaufen will. Es geht immer sofort um Geld und das hat auch einen triftigen Grund, denn das Leben in Jamaika ist teuer. Die Preise sind so hoch wie in den Staaten oder Europa, dafür verdienen die Menschen hier im Durchschnitt aber viel weniger. So kommen wir auch schon zum dritten Punkt: Aleya, meine erste jamaikanische Gastgeberin, hat mir erzählt, dass es verpönt ist zu Trampen, da man so den Bus- und Taxifahrern die Gelegenheit nimmt ihre Familie zu ernähren. Schließlich kostet der öffentliche Transport so wenig, dass es sich fast jeder leisten kann. Und auch hier gibt es soziale Unterschiede. Man kann sich in einen Kleinbus oder ein Mehrpersonen-Taxi quetschen und kommt für 8 € einmal quer über die Insel oder man bezahlt ein Vielfaches für &quot;echte&quot; Reisebusse oder Taxis, in denen man allein sitzt. Meine ursprünglichen Argumente für das Trampen sind ja folgende: die Einheimischen kennenzulernen, durch die kostenlose Mitfahrgelegenheit Geld zu sparen, um länger reisen zu können und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. In den Bussen kann man auch sehr viel über die Insel erfahren, denn hier wird nicht nebeneinander geschwiegen. Es wird auch immer gewartet, bis alle Plätze belegt sind, damit sich die Fahrt lohnt. Allerdings läuft während des Wartens auf Fahrgäste auch die ganze Zeit der Motor, damit Musik gehört werden kann... Genug der Beichte - jetzt geht es los mit den Geschichten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Direkt nach unserer Ankunft machen Christoph und ich Bekanntschaft mit der Crew des beeindruckenden Schoners Germania Nova. Die Shalom würde sieben mal auf das Deck des Zweimasters passen. Es liegen Welten zwischen den beiden Schiffen. Wir werden von Skadoo, einem Rastafari, auf seine Farm eingeladen. Er baut alles von lemon grass über Bananen bis zu Ingwer an und erklimmt einen 30 Meter hohen star apple tree für uns, da die reifen Früchte in der Krone hängen. Dort trinken wir auch unseren ersten hochprozentigen Rum (63 Umdrehungen) und probieren etwas von seinem selbst angebauten Gras.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem ich Christoph am Hafen verabschiede, frage ich via Couchsurfing, ob ich bei Aleya übernachten kann. Sie kommt aus Jamaika, hat aber viele Jahre in Europa und in den Staaten gelebt und kann dadurch gut ihr Heimatland von außen betrachten. Sie kann mir sehr gut erklären, woher die Gegensätze in der Gesellschaft kommen und was für eine entscheidende Rolle die Sklavenhaltung in dem Land gespielt hat, da sie noch immer Auswirkungen auf die Menschen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz anders als auf Guadeloupe fühle ich mich hier wie ein wandelndes Portemonnaie. Ständig rufen die Leute auf mich ein: „Hey Jesus, warte mal! Hier rüber! Brauchst du ein Taxi? Willst du mit dem Bus nach Kingston? Ich habe Gras für dich! Ich bin Musiker und verkaufe meine CDs! Ich kann dir eine Führung durch meine Farm geben. Hier kannst du Rum kaufen! Hier gibt das beste &lt;em&gt;jerk chicken&lt;/em&gt; in Jamaika!“ Dabei sagen alle Leute, dass hier in Portland noch am entspanntesten ist. Immerhin fühle ich mich auch nicht unsicher. Aber es ist schon um einiges aufdringlicher, als in allen anderen Ländern, in denen ich bisher unterwegs war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Portland ist wunderschön. Die Hauptstadt Port Antonio war ehemals Dreh- und Angelpunkt für den Bananenexport in die USA. Die Dampfschiffe fuhren mit Bananen und Ananas beladen in den Norden und kamen mit Touristen an Bord wieder zurück. Heute ist davon nicht mehr viel zu merken. Nur einige weiße Segler sieht man in der Stadt, sonst sind fast nur Einheimische unterwegs. An der Küste gibt es ein paar Inseln, die man schwimmend erreichen und ungestört erkunden kann. Die Berge erstrecken sich direkt hinter den Küstenstädten und sind mit sattgrünen Wäldern übersät. Eine ständige Brise und sorgt dafür, dass es nie drückend heiß ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits vor dem Segeltörn hatte ich mir einen Platz im Westen der Insel organisiert, wo ich gegen Kost und Logis arbeiten kann. Kim und Aida (Mutter und Tochter) wohnen in den Bergen in der Nähe von Montego Bay und haben ein großes Grundstück. Sie sind vor zwei Jahren von Amerika übergesiedelt. Das Haus steht zwar schon, ist aber noch nicht komplett. Ein zweites Geschoss fehlt soll hinzugefügt werden. Außerdem wollen sie Baumhäuser und einen Schuppen bauen und das Gelände für den Anbau von Obst und Gemüse urbar machen. Ich komme an und werde herzlich begrüßt. Kim zeigt mir, wo ich überall mein Zelt aufstellen kann. Als ich frage, wo denn die Toilette sei, zeigt sie nur auf den Wald hinter dem Grundstück. Sie könne mir einen Eimer oder Tüten geben. Etwas verdutzt bin ich schon, denn in ihrem Haus befindet sich eine Toilette und eine Küche. Da ich aber nicht unhöflich sein will, frage ich einfach, ob ich nicht eine Kompost-Toilette aus den Holzpaletten bauen kann, die sowieso für nichts anderes genutzt werden. Kim begrüßt diese Idee und so mache ich mich daran, mein eigenes Klo zu zimmern, um nicht jeden Tag im mückenübersäten Unterholz mein Geschäft verrichten zu müssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/178823292069628064626065825749998855258112n_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/1793186518752915594257004964089953374961664n_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Kim scheint zufrieden zu sein mit meinem Job.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeit macht sehr viel Spaß. Kim kümmert sich darum, dass mir alle nötigen Werkzeuge beschafft werden und zaubert zusammen mit Aida jeden Tag das leckerste Essen. Komisch ist nur, dass ich nicht das Haus betreten kann. Es gibt also keinen Gemeinschaftsort im Gegensatz zu allen anderen Projekten, bei denen ich bisher mitgeholfen habe und ich kann auch nicht die Küche nutzen. Dadurch fühle ich mich manchmal etwas ausgeschlossen. Für jede Kleinigkeit muss ich an der Tür klopfen und auf Antwort hoffen. Ich gewöhne mich zwar schnell an diese Eigenheit, verstehe aber immer noch nicht genau, was der Grund dahinter ist. Baden gehen kann ich im naheliegenden Fluss oder mittels Wassercontainer am Hahn vor dem Haus. Es ist wirklich schön, unter freiem Himmel zu duschen. Man fühlt sich irgendwie gleich viel sauberer und erfrischter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kim erzählt mir von einem anderen Projekt, das eine halbe Stunde zu Fuß entfernt liegt. Dort arbeiten auch viele Freiwillige aus aller Herren Länder und jeden Freitag gibt es einen Filmabend. Da sie nicht möchte, dass ich mich einsam fühle, gibt sie mir mein Abendessen und etwas zu trinken mit und schlägt mir vor, dort vorbei zu schauen. Ich mache mich also auf von Lethe nach Eden. Fußwege gibt es hier nicht und hinter jeder Kurve ertönt ein neuer Song aus den Häusern oder vorbeifahrenden Autos. Diese Insel ist tatsächlich voller Musik. Wirklich ruhige Momente gibt es nicht. Hier herrscht das Leben! Dort angekommen werde ich herzlich von den Besitzern Melissa und Gillie und fünf deutschen Helfern begrüßt. Die Freiwilligen leben alle in Tipis, die aus Bambus gebaut sind. Ein ausrangierter Bus dient als Bar und wurde durch Outdoor-Küche und Wellblechdach zum Versammlungsort erweitert. Alle Möbel wurden entweder aus alten Paletten oder Stöckern gezimmert. Dieser Ort hat Stil!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/1821656218562756446121346701395023249478565o_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/180113514478796022153077466779216504160256n_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/180965813048067699509964915724300884901888n_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;An den freien Tagen treffen wir uns alle zu einer Flussfahrt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da Kim nach einigen Tagen die Materialien zum Bauen ausgehen, ziehe ich um zum &lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/jardin.dedenjamaica/?fref=ts&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Magic Yellow Bus&lt;/a&gt;. Melissa bietet mir direkt ein Tipi an und mit den Deutschen Hannah, Franzi, Anika, Philipp, Thilo und Milan verstehe ich mich auf Anhieb super. Die Hauptaufgabe besteht darin, ein &lt;em&gt;earth bag house&lt;/em&gt; zu bauen. Dazu mischen wir Kalkstein und Lehm in Säcken zusammen, stapeln diese aufeinander wie Ziegelsteine und stampfen sie danach fest, sodass sie komprimiert genug sind, um stabile Wände zu bilden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/180137861908776906050853495591242583769088n_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die schwere Arbeit wird durch reichhaltige jamaikanische Kost belohnt. Gillie beginnt zwar schon den Morgen mit einem Becher Rum in der einen und einem Joint in der anderen Hand, versorgt uns aber jeden Tag mit drei leckeren Mahlzeiten, deren Zutaten hauptsächlich aus dem eigenen Garten stammen. Es sind friedliche Tage dort bis wir überfallen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich spiele gerade den letzten Song des Abends auf meiner Gitarre, als hinter mir jemand mein Handy aus der Tasche zieht. Ich drehe mich um und sehe eine Pistole auf mich gerichtet. Der Mann ist maskiert und verlangt, dass wir uns alle auf den Boden legen. Jeder muss sein Handy und Bargeld abgeben. Zu siebt liegen wir mit dem Gesicht auf den Boden im Bus und rühren uns nicht. Einer der vier Räuber hält die Waffe auf uns gerichtet, bis die anderen die Tipis ausgeräumt haben. Es dauert eine Ewigkeit. Glücklicherweise kann Melissa sie davon überzeugen, zu ihren Kindern ins Haus zu gehen. Wenigstens etwas Menschlichkeit zeigen die Ganoven. Sie nehmen alle elektronischen Geräte, den gesamten Alkohol und alles Bargeld mit, was sie finden können. Nachdem sie endlich weiterziehen, ist mehr als eine Stunde vergangen. Wir stellen fest, dass niemandem etwas passiert ist und sind überglücklich, trotz der Misere des Diebstahls. Alle haben sich ruhig verhalten, um die maskierten Räuber nicht zu provozieren. Die Polizei erscheint viel zu spät. Zwei Stunden nach dem Überfall sehen wir das Blaulicht erscheinen. Natürlich sind die Täter bereits über alle Berge. Es ist ein einschneidendes Erlebnis. Niemand hat mehr Telefon, Kamera, Computer oder Bargeld. Die Reisepässe und Kreditkarten wurden zum Glück dagelassen. Trotzdem sind wir am nächsten Morgen alle noch ziemlich geschockt. Melissa bucht sofort einen Sicherheitsmann, der das Gelände in den folgenden Nächten überwacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus diesem Grund gibt es in diesem Reisebericht leider auch weniger Fotos zu sehen. Wir schaffen es allerdings, nicht den Mut zu verlieren und machen weiter wie bisher. Es ist nicht unbedingt ein traumatisches Erlebnis gewesen, aber dennoch sind die nächsten Wochen getrübt von einem allgemeinen Misstrauen gegenüber der jamaikanischen Gesellschaft. Ich bin viel nervöser, wenn ich durch die Straßen gehe oder lauten Auseinandersetzungen zuhöre. Meine Sinne für die Gefahr werden unbewusst geschärft, obwohl ich mich innerlich dagegen wehre. Ich möchte weiterhin in die Menschen vertrauen. So oft wurde mir während der Reise geholfen. So oft wurde mir Vertrauen geschenkt von Wildfremden. So oft wurde ich eingeladen aus reiner Gastfreundschaft, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Ich möchte nicht, dass ein negatives Geschehen das alles zunichte macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach ein paar Tagen ist dann der große Aufbruch. Hannah fliegt zurück nach Deutschland. Sie war am längsten von uns allen da und hat die Familie in Eden in ihr Herz geschlossen. Ihr fällt der Abschied am schwersten. Franzi zieht weiter nach Guatemala, um ihre Reise fortzusetzen. Philipp, Milan und Thilo fragen mich, ob ich mit ihnen eine Woche lang etwas Urlaub machen möchte. Sie wollen noch ein wenig die Insel erkunden, bevor es zurück in die Heimat geht. So nisten wir uns bei Eddie, einem Freund von Philipp, im Küstenort Negril ein. Dort verbringen wir ein paar entspannte Tage, um uns ein wenig von dem Schock erholen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/eddie_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Danach geht es nach Kingston. Mein Papa hat gerade auf Kuba Urlaub gemacht und kommt mich extra auf Jamaika besuchen! Ein Wiedersehen nach acht Monaten tut gut! Zusammen erklimmen wir den höchsten Berg (Blue Mountain Peak) bei Nacht, um auf dem Gipfel den Sonnenaufgang zu bestaunen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/bluemountain2_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/bluemountain1_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Danach geht es wieder zurück nach Kingston und dann muss er auch schon wieder zurück fliegen. Es war verdammt kurz, aber wunderbar, wieder Familie um mich herum zu haben. Vor allem nach dem Erlebten. Zum Abschluss fahren wir alle zu Aleya nach Port Antonio, meinem Ankunftsort. Sie beherbergt uns für einige Tage in ihrem großen Haus. Wir erkunden die Umgebung ein wenig, schwimmen zu Monkey Island, schnorcheln und entspannen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/monkeyisland1_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/monkeyisland2_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Hanging out on Monkey Island&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als die drei Jungs zurück fliegen, helfe ich Aleya noch ein wenig, für ihre Mutter ein Geschenk zu basteln. Sie hat viel Bambus auf dem Grundstück und möchte daraus einen Tisch bauen. Gemeinsam schaffen wir es auch irgendwie. Es ist ein wirklich interessanter Werkstoff und erfordert eine ganz andere Herangehensweise als herkömmliches Holz. Ich habe das Gefühl, dass ich bei Aleya immer viel lerne.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/tisch_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nähe zum Hafen nutze ich aus, um nach Booten zu fragen, die mich nach Zentralamerika bringen können. Eigentlich möchte ich unbedingt nach Mexiko, da ich dort vor zehn Jahren ein Austauschjahr verbracht habe und meine Freunde besuchen möchte. Schließlich ist es nicht weit von Jamaika entfernt. Im Hafen angekommen, hänge ich einen Zettel aus und entdecke eine Superyacht. Die Crewmitglieder Denzil, Jake und Neill sind alle sehr gut drauf und bieten mir sogar an, mich bis nach Florida mitzunehmen. Leider fahren sie nicht nach Mexiko. Wow, das hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Einen Tag später bekomme ich allerdings eine Email auf meine Annonce hin von Aldo. Er kommt aus Uruguay und möchte nach Panama segeln. Da er allein an Bord ist, sucht er noch nach jemandem, der ihn bei der Überfahrt unterstützen kann. Tatsächlich passt mir die Richtung besser, und so entscheide ich mich gegen eine luxuriöse Überfahrt in das Land der unendlichen Möglichkeiten, für ein weiteres Abenteuer, bei dem ich mich allerdings etwas nützlicher fühle und bereits Zentralamerika erreiche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/stillfree_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier sitze ich nun also auf Aldos 30-Fuß-Boot „Still Free“ und warte auf gutes Wetter, damit wir den einwöchigen Törn in den Süden starten können.&lt;/p&gt;</content>
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<updated>2017-05-18T01:57:42+02:00</updated>
<category term="Unkategorisiert"/>
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<title type="html">Shalom!</title>
<content type="html">&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9813_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der 18-jährige Christoph bietet mir an, auf seinem kleinen Segelboot mit nach Jamaika zu kommen. Es handelt sich um eine 7,10m lange Hurley aus dem Jahre 1978. Damit ist er bereits von Hamburg bis Guadeloupe gesegelt. Doch zuerst stehen einige Reparaturarbeiten an: Die Scharniere der Luke sind kaputt, einer ist vor kurzem in das Bug gefahren und die Wanten und Stagen müssen entrostet werden, also muss auch der Mast runter. So sind wir noch einige Tage in der Marina beschäftigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- pagebreak --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img class=&quot;nb-align-center&quot; src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/shalomrepair_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img class=&quot;nb-align-center&quot; src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/mast_0_o.gif&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;18.03.2017 - Abfahrt 12:00 von Basse Terre, Guadeloupe. Matthieu, unser Bootsnachbar, winkt uns zum Abschied. Ich kotze zwei mal über die Reling und bin den gesamten Tag für nichts zu gebrauchen. Schlafend liege ich in der Koje und versuche die Reiswaffeln im Magen zu behalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Nachmittag kündigt sich das Grauen an: unsere erste Flaute. Die kommt wohl vom Windschatten der großen Insel. Nach drei Stunden bläst wieder Wind und auch in der Nacht werden wir stetig voran getrieben. Am zweiten Tag geht es mir schon viel besser. Mir ist zwar immer noch flau im Magen, aber wenigstens findet die Verdauung nur noch von oben nach unten statt. Dann am Abend die zweite Flaute. Doch diesmal sind wir schon längst weit genug von jeglicher Insel entfernt, als dass uns der Windschatten beeinflussen könnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9844_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Die Stimmung hält sich in Grenzen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz toll, es liegen noch 700 Seemeilen vor uns und die Segel scheuern sich bei dem wenigen Wind kaputt. Die nächsten Tage werden nicht besser. Ich dachte früher immer: wie paradiesisch muss es sein, in der stillen Karibischen See zu liegen, sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen, den ganzen Tag baden zu gehen und kalte Drinks zu schlürfen. Die Wahrheit auf der Shalom sieht so aus: Zwei junge Männer im Schlüpfer kloppen sich um jeglichen Schattenplatz, die Wassertemperatur erinnert eher an das Baby-Becken im Schwimmbad, es gibt keinen Kühlschrank und die Kojen - der einzige stetig schattige Platz - müffeln nach Schweiß, da man dort transpiriert wie in einer Sauna.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9845_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Für manchen einen mag dies ein Bild puren Glücks sein, für uns war es die Hölle auf Erden.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als es eines Abends tatsächlich mal wieder Wind von hinten gibt, sitzen wir, den heiligen Nikolaus preisend, im Cockpit mit zwei Dosen warmem Bier. In der Dunkelheit kreisen zwei Vögel ums Boot. Einer davon setzt sich erschöpft auf den Seezaun. Er kann nun endlich aufhören, panisch mit den Flügeln zu schlagen und sieht nicht gerade aus wie ein seegängiges Federvieh. Nun schippern wir zu dritt unter dem Sternenhimmel gen Westen. Alle Romantik ist am nächsten Morgen verflogen, als Christoph ein mit weißer Vogelkacke besudeltes Cockpit vorfindet. Von dem Übeltäter fehlt jede Spur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9831_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;em&gt;Undankbarer Fiesling!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die windlosen Tage gehen nur zäh vorbei. Hatten wir am Anfang noch die 12 Stunden Dunkelheit verflucht, so wünschen wir uns jetzt sehnlichst, dass die Sonne untergeht oder sich wenigstens Wolken davor schieben. Doch sie brennt erbarmungslos 12 lange Stunden am Tag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man verfällt aufgrund der Hitze und der Unfähigkeit sich zu bewegen (es gibt nur 2 m² Schatten) in eine Lethargie, die Trinken, Essen, Lesen und Hörbücher hören als einzige Tätigkeiten erlaubt. Stellt euch also unsere Aufregung vor, als plötzlich drei fette Goldmakrelen um unser Boot schwimmen. Christoph holt sofort die Harpune raus und geht in Jagdstellung. Eine Ewigkeit vergeht, bis der eine Fisch sich nah genug am Boot aufhält. Ein Schuss und das Ding ist am Haken, oder besser gesagt: an einem selbstgebauten Widerhaken aus Dosenblech und Nagel. Eine Weile zappelt die Makrele an der Leine und dann reißt sie sich los. Marke Eigenbau hält nicht stand. Genauso wenig wird der Fisch leider der Verletzung standhalten. Na toll, ein Tier getötet und trotzdem nichts auf den Tellern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9840_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als wir dann irgendwann so langsam sind, dass uns die entgegenkommenden Wellen wieder zurück nach Osten schieben, wundern wir uns nicht wenig darüber, dass uns zum Sonnenuntergang die am Morgen über Bord geworfene Zwiebelschale wieder auf dem Meer begegnet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Nacht allerdings kommt echter Wind auf, und zwar soviel, dass wir uns nicht schlafen legen können. Das Schiff hat mächtig Schlagseite und in der Ferne kündigt sich ein Gewitter an. Glücklicherweise bekommen wir außer dem Regen und der Gischt, die das gesamte Deck in Salzwasser tunkt, nichts ab. Jedoch wurde der Gang zum Klo um einiges erschwert. Denn ein Klo gibt es nicht ein Bord. Das Geschäft wird entweder von der Reling oder vom Bugkorb aus erledigt. Es heißt also, anzuhalten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allmählich tragen uns sehr seichte Winde dann endlich gen Westen. Immer wieder gibt es eine Flaute für einen halben Tag, aber wir kommen voran. Der heiße Wein geht schnell ins Blut und die Stimmung bessert sich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9834_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis Christoph mich eines Nachts weckt und bittet, mir sein Auge anzuschauen. Es ist rot und geschwollen. Und er hat keine Augensalbe an Bord. Also müssen wir Hand anlegen. Ich lege ein Streichholz auf das Lid und ziehe es an den Wimpern darüber, um zu sehen, ob sich ein Fremdkörper im Auge befindet. Das ist eine delikate Angelegenheit und mitten in der Nacht, mit Taschenlampe und Wellengang, nicht ohne Schmerzen durchführbar. Dafür sieht alles &quot;gut&quot; aus. Es ist nur eine kleine Entzündung, aber kein Splitter oder Ähnliches zu sehen. Nach einem Tag Schonung durch Augenklappe sieht die Sache schon besser aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man glaubt es kaum, doch nach zwei Wochen sehen wir endlich Land! Mitten in der Nacht kommen wir in Port Antonio, an der Nordost-Küste Jamaikas an. Am nächsten morgen wollen wir so gerne unsere Füße vertreten, aber dazu müssen wir zunächst auf den Arzt warten, da wir noch die Quarantäne-Flagge gehisst haben und anschließend müssen wir einklarieren. Beides erfordert die Anwesenheit von Beamten, was sich auf Jamaika an einem Samstag wohl eine Weile hinziehen kann. So verbringen wir die Zeit auf dem Steg, lassen uns vom lokalen Rasta-Mann &quot;Clive&quot; Bananen und Mangos aufs Boot bringen und können dann am Abend endlich den langersehnten Landgang antreten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9858_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend sein kann, keinen Wind beim Segeln zu haben. Aber diese Erfahrung hat mir auch gezeigt, wie abhängig wir doch von den Launen der Natur sind und genau aus diesem Grund habe ich ja auch die Art zu Reisen gewählt. Trotzdem bin ich froh, dass wir noch angekommen sind, bevor alle Wasservorräte erschöpft waren und dass wir nun endlich wieder frisches Obst und Gemüse essen können. Tschüss Reis und Bohnen, hallo Inselleben!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9861_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.rumkommen.de/de/blog/content/public/upload/dscf9864_0_o.jpg&quot; alt=&quot;undefined&quot; /&gt;&lt;/p&gt;</content>
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